Ortsgruppe Hattingen >> Archiv 2010

 
NABU-Hattingen rührt die Werbetrommel
Haustüraktion und Großplakate


2010 ist das Jahr der biologischen Vielfalt. Im Oktober findet deshalb in Japan die Weltnaturschutzkonferenz statt. Von den Weltorganisationen wird neben dem Klimawandel der Artenschwund als das bedrohlichste Menschheitsproblem angesehen. "Höchste Zeit nicht nur Sonntagsreden zu halten, sondern selbst etwas zu tun", so der NABU-Hattingen.

Auf zwei Ebenen wollen die Naturschützer in Hattingen für den Naturschutz werben. Unter dem Motto „Fast weg…“ machen ab sofort neben einem Fernsehspot wieder Großplakate auch in Hattingen auf das alarmierende Artensterben aufmerksam. Von den insgesamt über 4.700 Großplakaten im gesamten Bundesgebiet sind vier auch in Hattingen zu sehen. In der Innenstadt (Aug.-Bebel-Str./Alte Bismarchstr. sowie Wülfingstraße und Blankensteiner Str.) und in Winz-Baak (Dahlhauser Str. / Haydnstr.) machen Plakate teils mit Hattinger Eindruck Werbung für mehr Naturschutz in der Ruhrstadt.

In NRW gelten 56 Prozent der Lebensräume von Tieren und Pflanzen als gefährdet und rund 50 Prozent aller heimischen Tier- und Pflanzenarten werden als bedroht eingestuft. Allein 47 Prozent aller Brutvogelarten in Nordrhein-Westfalen sind gefährdet. "Zeit, die Naturschutzverbände zu stärken!", so der NABU-Hattingen. Mit einer Mitgliederwerbeaktion versuchen die Naturschützer ihre Reihen zu verstärken. Seit einigen Tagen geht ein Team von Studenten von Haus zu Haus, informiert über die Arbeit des NABU und nimmt natürlich gerne neue Mitglieder auf. "Es werden keine Spenden gesammelt! Die jungen Leute sind erkennbar an ihren weiß-blauen NABU-T-Shirts. Wir wollen die Zahl der rund 130 NABU-Mitglieder um weitere Mitglieder, die uns aktiv oder passiv unterstützen, vermehren. Die Natur in Hattingen hat es bitter nötig", so Michael Schindler für den NABU in Hattingen.

Mit mehr Mitgliedern und folglich mehr politischem Gewicht wollen die Naturschützer die besorgniserregende Zersiedlung der Landschaft in Hattingen stoppen und die Stadt dazu bewegen, mehr Naturschutz auf ihren eigenen Flächen zuzulassen. "Für unsere praktischen Aktionen, wie Eulen- und Schwalbenschutz, Anlage von Tümpeln und Pflegen von Obstwiesen oder die Einrichtung eines Naturerlebnisraumes im Henrichspark suchen wir praktische Helfer, die bei freier Zeiteinteilung mit anpacken!"

Kontakt:
Michael Schindler, 02324 / 962651

Die Fotos zeigen:
a) Das Werbeteam des NABU mit Sandra Blatt und Erich Füllbeck vom NABU-Hattingen
b) Das Großplakat mit "Hattinger Eindruck" (Störer) an der Wülfingstraße


 


 


 

Neues Programm für das
2. Halbjahr 2010

Das neue Halbjahresprogramm liegt vor und wieder bieten der Kreisverband und die Ortsgruppe Hattingen viele spannende Exkursionen und Vorträge an.

Zur Ansicht des kompletten Programms hier klicken.

Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme an den Veranstaltungen!

 

 
Still-Leben A 40

Der NABU-Hattingen macht mit beim Still-Leben 2010 und präsentiert sich auf der für Autos gesperrten Autobahn als "Vogelwarte A 40".

Wie die anderen Hattinger Tische steht der Tisch der "A40-Vogelwarte" in Block 75 (km 7,6) und hat die Nummer 35. Zu erreichen sind die Hattinger Tische am besten von der A 40-Auffahrt "Bochum-Zentrum". Die nördlichen Fahrspuren sind die "Tischspur". Also - bitte die Auffahrt nach Essen/Oberhausen heraufspazieren. Unter http://www.ruhr2010.still-leben-ruhrschnellweg.de/deutsch/strecke.html findet man eine Luftaufnahme und Angaben zu den dort vertretennen Tisch-Teams und unter anderem auch zum NABU-Auftritt.

Der Veranstaltungszeitraum am Sonntag, 18. Juli 2010, ist begrenzt auf die Zeit zwischen 11 und 17 Uhr. Von Hattingen aus fahren Shuttle-Busse zum Still-Leben. Vom Parkplatz an der Henrichshütte bis zur Auffahrt Bochum-Zentrum fahren im 30-Minuten-Takt Busse von 9 bis 10:30 Uhr, von 11 bis 17 Uhr fahren die Busse stündlich, von 17 bis 18 wieder halbstündlich, was für die Rückreise interessant ist. Man kann auch mit Bus und Bahn anreisen: U35 und die Buslinie 360 halten dort.

Michael Schindler vom NABU Hattingen: "Wir machen Werbung fürs Naturgucken - hier besonders Vogelgucken - bauen Spektive auf und legen ein Beobachtungsbuch, Bestimmungsbücher, Infozettel aus. Später tragen wir die Beobachtungen in eine Internetdatenbank ein. Nebenbei informieren wir über das Vogelfestival und freuen uns über Gespräche mit netten Menschen. Außerdem schauen wir uns an, was es noch für verrückte Hühner auf der A 40 gibt."

 
NABU informiert über Insekten

Zu einem Vortrag über Insekten lädt die Ortsgruppe des Naturschutzbundes Deutschland ein. Insekten werden von vielen Menschen nur als Quälgeister wahrgenommen. Jedoch haben sie eine wichtige Rolle in der Ökologie und ohne sie würden viele Prozesse, von den wir Menschen abhängig sind, zusammenbrechen.
Zudem bringen sie erstaunliche Gestalten hervor, die die Menschen ästhetisch ansprechen oder faszinieren, wie Schmetterlinge, Libellen, Käfer oder Heuschrecken. Manche können mit den Beinen schmecken andere haben körpereigene Musikinstrumente entwickelt oder leben in höchst komplizierten Symbiosen zusammen mit anderen Lebewesen.

Am kommenden Montag (28.6.2010) informiert in einem Bildervortrag Dr. Peter Roos aus Sprockhövel über "Insekten im Ruhrgebiet".

Der Besuch des Vortrages ist kostenfrei. Der Vortrag beginnt um 19 Uhr am Montag, 28.06. 2010, im Bürgertreff Blankenstein neben dem Stadtmuseum.

Kontakt:
Michael Schindler, 02324 / 962651

 
Nicht jeder Jungvogel ist hilflos…

Die Jungen der meisten Vögel sind flügge, sobald sie voll befiedert sind. Sie verbringen aber, bevor sie fliegen können, noch eine gewisse Zeit in der Nähe ihres Nestes. In dieser Phase werden sie weiterhin von den Altvögeln versorgt, mit denen sie über Bettelrufe Kontakt halten.

Michael Schindler vom NABU Hattingen: "Vogelfreunde sollten sich nur dann eines Jungtieres annehmen, wenn es direkt gefährdet ist, also zum Beispiel an einer viel befahrenen Straße sitzt. Dann kann es vorsichtig umgesetzt werden etwa auf einen Baum. Jedoch sollte der Ort so gewählt werden, dass das Junge in Hörweite zum Fundort bleibt, damit die Eltern den Kontakt nicht verlieren. Sehr junge Vögel, die noch kaum befiedert und ganz offensichtlich aus dem Nest gefallen sind, können vorsichtig zurückgesetzt werden. Sie werden trotz Kontakt mit dem Menschen weiterhin von den Eltern angenommen."

Vögel haben einen deutlich schwächer ausgeprägten Geruchssinn als Säugetiere, die sehr empfindlich reagieren – ihre Jungtiere sollten nicht angefasst werden.

Generell hat ein einzelner Jungvogel außerhalb des Nestes im Gebüsch größere Überlebenschancen als im Nest zusammen mit anderen Jungen, da dieses eher Nesträubern zum Opfer fällt. Solche Jungvögel sollten unbedingt in Ruhe gelassen werden. Ein Eingriff durch den Menschen ist möglich, nachdem sich dieser durch Beobachtung über längere Zeit - mindestens jedoch eine Stunde - aus einiger Entfernung vergewissert hat, dass das Tier tatsächlich von seinen Eltern verlassen wurde.

Jetzt fliegen viele Jungvögel aus. Der NABU bittet Tierfreunde, sie nicht mit nach Hause zu nehmen.

Kontakt:
Michael Schindler, 02324 / 962651

Das Foto zeigt eine junge, gerade flügge Kohlmeise. Foto: R. B. / pixelio.de

 


 
InnovationCity - Hattingen hat Chance vertan

Am Freitag den 14.5.2010 ist die Bewerbungsfrist für die „InnovationCity“ abgelaufen. 16 Städte aus dem Ruhrgebiet haben ihren Hut in den Ring geworfen. Hattingen ist nicht dabei.

Michael Schindler vom NABU in Hattingen. „Es ist sehr schade, dass Hattingen die Chancen nicht nutzt, ja noch nicht einmal öffentlich darüber diskutiert hat. Immerhin geht es um ein Konjunkturprogramm von rund 2,5 Milliarden Euro. Hattingen hätte genau in das Bewerbungsschema gepasst!“

„Innovation City Ruhr“ ist ein Vorhaben, das die Landesregierung gemeinsam mit 20 namhaften Unternehmen vorantreibt. Federführend ist dabei der Initiativkreis Ruhr. Eine Stadt mit etwa 50 000 Einwohnern soll zum Vorzeigeobjekt umgebaut werden. Das Ziel: Bis zum Jahr 2050 sollen durch die Wärmedämmung von Häusern, durch Elektroautos, Windräder und Solaranlagen 50 Prozent CO2 eingespart werden. 2,5 Milliarden Euro soll das kosten. Den größten Teil davon werden die Unternehmen tragen, die mit dem künftigen Image der Ökostadt und weltweiten Folgeaufträgen kalkulieren.

Michael Schindler: „Wir hatten Bürgermeisterin Dagmar Goch auf diesen Wettbewerb hingewiesen, doch wurden wir nur vertröstet, die Stadt würde prüfen. Leider ist diese Prüfung nicht öffentlich verlaufen. Während sich Städte wie Herten, Schwerte, Bottrop und 13 andere beworben haben, hat Hattingen gar nichts unternommen. Hat die Kommunalpolitik hier geschlafen?“

 
Jetzt Nisthilfen aufhängen

Einige Vögel suchen jetzt schon ein Brutquartier

Noch ist das frostige Winterwetter nicht überstanden, doch schon beginnen die ersten Vögel mit den Vorbereitungen für den Nestbau. Mit lautem Gesang stecken Meisen bereits ihr Revier ab. Doch häufig finden die Wohnungssuchenden keine passende Bleibe. Insbesondere die intensive Nutzung und Überformung der Landschaft, aber auch die übertriebene Ordnungsliebe des Menschen in seinem unmittelbaren Wohnumfeld erschweren der heimischen Tierwelt die Wohnungssuche. Der NABU Hattingen ruft deshalb dazu auf jetzt noch Nisthilfen aufzuhängen.

Mit etwas handwerklichem Geschick und ohne großen finanziellen Aufwand kann man zumindest den Höhlenbrütern unter den Gefiederten helfen, eine gute Wohnung für die Familie zu finden. Künstliche Nisthilfen und Unterkünfte helfen nicht nur den Vögeln, sondern bringen Leben in den Garten und erfreuen die Menschen mit wunderbaren Einblicken in die Natur. Nebenbei stärkt man so die biologische Vielfalt und stärkt die Widersacher von Blattlaus und Co.. Neue Nistkästen sollten bis Anfang März aufgehängt sein. Bereits angebrachte Nistkästen sollten bis dahin noch gereinigt werden.

"Dort wo alte Hochstammobstbäume fehlen, wo Scheunen vernagelt oder Ställe hermetisch abgeschlossen werden, wo Hecken nur noch als Hindernis betrachtet werden und Bäume nicht mehr alt und morsch werden dürfen, ist auch kein Platz mehr für Steinkauz, Siebenschläfer, Rauchschwalbe, Wildbiene oder Fledermaus," so der Ornithologe Bernd Jellinghaus vom NABU in NRW. Hier gegenzusteuern und eine struktur- und artenreiche Umwelt zu erhalten, müsse oberstes Ziel des Naturschutzes sein. Daneben böten die vom Menschen angebotenen künstlichen Nisthilfen einigen der wohnungssuchenden Tierarten die Möglichkeit, über die Runden zu kommen. "Mit einem Nistkasten kann man Meisen, Sperlingen, dem Rotschwanz oder auch dem Star ein passendes Quartier schaffen, aber auch künstliche Schwalbennester oder Steinkauzröhren aus Menschenhand können helfen," erklärt der NABU-Vogelexperte, der auf die wichtigste Grundregel beim Bau von Nisthilfen und anderen Hilfen für wohnungssuchende Tiere verweist: "Niemals chemisch behandelte Materialien verwenden."

Doch nicht nur Vögel, auch Fledermäuse und Insekten nehmen Nisthilfen gerne an. Für Insekten sind diese leicht gebaut: Ein mit Bohrlöchern versehenes Stück Holz wird an einer sonnigen, windgeschützten Stelle im Garten aufgehangen und schon finden dort Bienen und Wespen ein Zuhause. Fledermauskästen benötigen etwas mehr Aufwand, können jedoch mehrere Jahre von den Tieren bewohnt werden.

Wer es selber nicht mehr schafft Nisthilfen zu bauen, kann Nistgeräte, die nach anerkannten und bewährten Bauanweisungen aus massivem Holz mit Idealmaßen hergestellt wurden, zum Beispiel beim Verein Bildung für Arbeitnehmer in der Roonstraße 17 erstehen. In Zusammenarbeit mit dem Hattinger Vogelkundler Thomas Griesohn-Pflieger hat die Holzwerkstatt der ehemaligen "Mönnighoffer" eine Serie von Nistkästen aufgelegt, die zu günstigen Preisen abgegeben werden. Jeder Käufer erhält dazu ein Merkblatt mit genauen Angaben zur Art und Weise und Ort der Aufhängung.

Die neuen Wohnungen für Stare, Meisen, Kleiber, Fliegenschnäpper, Rotschwänzchen und Sperlingen sind zu haben: werktäglich von 8 bis 13 Uhr und jeden Mittwoch von 15 - 18 Uhr. Außerdem an jedem ersten Samstag im Monat von 9 - 12 Uhr. Ansprechpartner für die Holzwerkstatt, wo auch Sonderanfertigungen möglich sind, findet man telefonisch unter Telefon 02324 / 55299

Für Rückfragen:
Michael Schindler, 02324 / 962651

Foto: Blaumeise an einem Nistkasten, Foto: NABU-Hattingen

 

 

Neues Programm für das
1. Halbjahr 2010


Das neue Halbjahresprogramm liegt vor und wieder bieten der Kreisverband und die Ortsgruppe Hattingen viele spannende Exkursionen, Arbeitseinsätze und Vorträge an.

Zur Ansicht des kompletten Programms hier klicken.


Hinweis:
Das Vogelfestival 2010 findet nicht wie im Programm angegeben vom 04. bis 05. September sondern vom 11. bis 12. September statt.

 


 

 


 
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